Zytomegalie – Symptome, Verlauf, Behandlung

Zytomegalie oder die CMV-Infektion ist eine Virusinfektion, mit der Du Dich häufig beim Geschlechtsverkehr anstecken kannst. Ähnlich wie beim Herpes genitalis befinden sich die Viren aus dem Stamm der Herpesviren in vielen Körperflüssigkeiten (Tränen, Blut, Urin, Muttermilch, Genitalsekrete). Daher ist die Ansteckungsgefahr nicht nur auf Sexualkontakte beschränkt. Meist verläuft eine Infektion harmlos und oft sogar komplett symptomlos, jedoch gibt es Personenkreise, die erheblichen Schaden von der Zytomegalie davon tragen können, vor allem in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten.

Was ist Zytomegalie und wie entsteht sie

Was ist Zytomegalie und wie entsteht sie?

Die Zytomegalie oder auch Einschlusskörperchenkrankheit genannt wird durch den Cytomegalievirus (CMV) ausgelöst, der zum Stamm der Herpesviren gehört. Bestimmt hast Du schon einmal von Herpesbläschen an der Lippe gehört oder bist selbst immer mal wieder betroffen davon. Daraus lässt sich nämlich eines der charakteristischen Eigenschaften einer CMV-Infektion ableiten: Hatte man einmal Kontakt mit diesem Virusstamm oder einem anderen Stamm der Gattung Herpesviren, so trägt man das Virus ein Leben lang in seinen Körperflüssigkeiten und kann somit prinzipiell immer Überträger dieser Krankheit sein und andere unbewusst gefährden.

Gelingt es einer bestimmten Menge an Viren in den Körper einzudringen, dann greift das körpereigene Abwehrsystem ein. Es versucht über verschiedene Mechanismen die Viren unschädlich zu machen. Bei gesunden Menschen gelingt das auch und eine Zytomegalieinfektion verläuft ohne Symptome. Aber nicht immer kann dieser Mechanismus in vollem Umfang angreifen. Das passiert vor allem dann, wenn der Körper schon in irgendeiner Weise immungeschwächt (zum Beispiel chronisch Kranke, Schwangere, Neugeborene) oder vorbelastet (hoher Stresspegel, Schlafmangel, ungesunde Ernährung, UV-Belastung) ist. Unter diesen Umständen können sich die Zytomegalieviren im Körper vermehren, ausbreiten und Schaden anrichten.

Es gibt zwar viele unterschiedliche Zahlenangaben, aber man geht davon aus, dass in Europa fast jeder zweite und in den Entwicklungsländern sogar 9 von 10 Menschen schon einmal Kontakt mit den Zytomegalie verursachenden Viren hatten und diese in ihrem Körper beherbergen. Die Zahl der Betroffenen steigt mit der Pubertät übermäßig an, was mit dem Beginn und der Pflege von Sexualkontakten zu begründen ist.

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, auch als Inkubationszeit bezeichnet, kann bei der CMV-Infektion nicht ganz eingegrenzt werden, da so viele Infektionen unbemerkt verlaufen. Man schätzt aber, dass bis zu 6 Wochen vergehen können.

Wie äußert sich Zytomegalie und welches sind die häufigsten Symptome?

Wie schon erwähnt verlaufen die meisten Zytomegalieinfektionen unbemerkt. Es kann also durchaus sein, dass Du selbst sogar schon einmal diese Infektionskrankheit durchgemacht hast. Vielleicht hattest Du in der Vergangenheit mal leichte Grippesymptome? Unter Umständen kann es sich hier um eine CMV-Infektion gehandelt haben.

Leichte Verläufe einer Zytomegalie äußern sich meist in:

  • Abgeschlagenheit (oft über Wochen anhaltend)
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten

Zytomegalie bei Schwangeren, Neugeborenen und immungeschwächten Menschen

Zytomegalie verläuft meist ohne Komplikationen, selbst eine Neuansteckung von schwangeren Frauen bleibt in der Regel für die Frau selbst ohne Folgen. Jedoch kann sich das Ungeborene im Mutterleib über den Blutweg oder während und nach der Geburt über Tröpfchen- und Schmierinfektion (Geburtskanal, Muttermilch, Speichel) mit dem Humanen-Herpesvirus-5 anstecken. Eine Ansteckung mit CMV ist die häufigste Infektionskrankheit, die von der Mutter auf das (ungeborene) Kind übergehen kann.
Eine Infektion des Ungeborenen vor allem im frühen Fortschritt der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Fehlbildungen und Krankheiten führen:

  • Fehlbildungen im Herz-Kreislaufsystem
  • Fehlbildungen im zentralen Nervensystem und Gehirn
  • Netzhautentzündung im Auge
  • Wachstumsverzögerung
  • Innenohrschäden

Eine Infektion innerhalb der Schwangerschaft kann sogar zum Tod des ungeborenen Kindes führen.

Bei Neugeborenen kann es zum sogenannten Cytomegalie-Virus-Syndrom kommen. Dieses Syndrom hat verschiedene Ausprägungen, die sich häufig auf die neurologische Entwicklung, die Entwicklung der Sinnesorgane und die Ausbildung der Blutgerinnung auswirken. Schlimmstenfalls kann es zu frühkindlichen Hirnschädigungen, Schwerhörigkeit und auch Blindheit führen.

Das Spektrum der immungeschwächten Menschen ist sehr breit. Hierbei handelt es sich meist um:

  • Chronisch kranke Patienten (Lungenerkrankungen, Darmerkrankungen)
  • HIV-infizierte Patienten bzw. Patienten mit AIDS
  • Krebspatienten

Meistens treten bei diesen Personenkreisen keine Neuinfektionen auf, sondern vielmehr werden die Viren aufgrund der Immunschwäche reaktiviert und können sich ungehindert vermehren und ausbreiten. Es entstehen Komplikationen in Form von schweren Lungenentzündungen, Magendarmgeschwüren und Herzmuskelentzündungen. Je nach Ausprägung der Immunschwäche können diese Komplikationen sogar tödlich für die Betroffenen enden. Eine gefürchtete Folgeerkrankung durch CMV-Infektionen bei AIDS-Erkrankten ist die CMV-Retinitis, die sogar bis zur Blindheit führen kann.

Wie wird Cytomegalie diagnostiziert?

Eine Infektion mit CMV kann mittels verschiedener Bluttests diagnostiziert werden. Hierbei kann man feststellen, wie viele Viren sich momentan im Körper befinden und ob und in welcher Anzahl Antikörper zur Bekämpfung der Viren vorhanden sind. Dadurch können erfahrene Labormediziner auch Rückschlüsse darauf ziehen, ob die Infektion akut oder schön länger zurückliegend ist.
Solltest Du eine Schwangerschaft planen, ist es empfehlenswert schon im Vorfeld die Viruslast und den Titer an Antikörpern zu bestimmen, um im Zweifelsfall zu wissen, ob schon vor der Schwangerschaft Kontakt mit CMV bestanden hat. Ansonsten sind routinemäßige Diagnosemaßnahmen im Bereich Zytomegalie bei gesunden Menschen nicht empfehlenswert.

Alles zu Zytomegalie, Symptome, Verlauf, Behandlung

Wie wird Zytomegalie behandelt?

Bei gesunden Betroffenen mit grippeähnlichen Symptomen wird in der Regel keine Behandlung durchgeführt. Immungeschwächte Infizierte können je nach Ausprägung mit einem speziellen Virusstatika in Form von Tabletten oder Infusion behandelt werden. Wichtiger bei diesem Personenkreis, wie auch bei Schwangeren ist aber die Vorbeugung. Es lässt sich nie sicher gewährleisten, dass Kontakt mit CMV unterbleibt, jedoch kann man das Risiko minimieren.

Hierzu gehören:

  • Händewaschung nach dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten
  • Händedesinfektion nach dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten in besonders risikoreichen Bereichen (Gesundheitseinrichtungen, Kindergärten)
  • Tragen von Mundschutz beim Besuch stark immungeschwächter Menschen
  • Vermeiden von Küssen, etc. bei offensichtlichen Grippesymptomen
  • Benutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr

Fazit

Ähnlich wie eine Infektion mit Chlamydien bleibt die Zytomegalie meist unbemerkt und verläuft harmlos. Bist Du erkrankt, wirst Du Dich vielleicht etwas geschwächt und müde fühlen und hast eventuell geschwollene Lymphknoten im Hals- und Lendenbereich. Aber ansonsten wirst Du davon nicht viel bemerken.
Jedoch kann sie bei bestimmten Personen, zum Beispiel bei schwangeren Frauen oder immungeschwächten Menschen zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Da fast jeder zweite Europäer aber schon einmal Kontakt mit den Cytomegalieviren hatte und der Übertragungsweg für die Viren keine große Hürde darstellt, ist es schwierig, dass Du Dich bei normaler Lebensführung vor einer Ansteckung bewahren kannst. Aber du kannst das Risiko durch einige Maßnahmen zumindest reduzieren. Besondere Vorsicht sollten aber schwangere Frauen oder Frauen, die schwanger werden wollen und immungeschwächte Menschen walten lassen.

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