Kann Testosteron Haarausfall verursachen? So kannst du vorbeugen und den Ausfall stoppen!

Heute steht die Frage „Kann Testosteron Haarausfall hervorrufen?“ im Mittelpunkt dieses Artikels. Die eigentliche Ursache ist oft unklar: Ist es zu viel Testosteron oder eher zu wenig? Sollte man einem Testosteronmangel entgegensteuern oder den Hormonüberschuss senken? Sowohl Mann als auch Frau kann von diesem Phänomen betroffen sein. Wir klären auf, wo die Ursachen liegen und wie man den Krankheitsverlauf stoppen sowie einer Verschlimmerung vorbeugen kann.

Kann zu viel Testosteron Haarausfall vorbeugen und stoppen?

Testosteron – Haarausfall – wo ist der Zusammenhang?

Haarausfall hat sowohl bei Männern als auch bei Frauen multiple Ursachen. Angefangen beim Mikrönährstoffmangel über Ungleichgewichte im Hormonhaushalt bis hin zu Krebserkrankungen. Generell ist es wichtig, zunächst den im Einzelfall verantwortlichen Auslöser zu finden.

Am einfachsten lässt sich ein Nährstoffmangel bedingter Haarausfall stoppen. Ein Bluttest gibt Aufschluss über die bestehen Mängel und mit Hilfe von Ergänzungen werden diese anschließend aufgefüllt. Eine zu geringe Menge an aufgenommenen und verwerteten Nahrungsproteinen steht ebenfalls mit Problemen in Bezug auf das Haarwachstum in Verbindung.

Bei welchen Haarausfall Ursachen Testosteron eine Rolle spielt: Beim Mann ist es der sogenannte erblich bedingte Haarausfall und bei der Frau ist meistens zu viel Testosteron bzw. ein Ungleichgewicht im Östrogenhaushalt nach der Menopause verantwortlich. Fest steht, dass die Symptomatik beim Mann wesentlich häufiger auftritt.

In diesem Artikel werden wir den androgenetischen Haarverlust beim Mann fokussieren, da dieser die mit Abstand häufigste Ursache für Testosteron bedingten Haarausfall ist.

Erblich bedingter Haarausfall beim Mann

Der androgenetische Haarausfall wird oft als erblich bedingt bezeichnet, da die Ursache genetischer Natur ist und die Symptomatik häufig in den männlichen Linien einer Familie weitergegeben wird. Dabei ist es jedoch nicht so, dass zu viel Testosteron Haarausfall verursacht, sondern dass eine übermäßig starke Empfindlichkeit gegenüber dem Dihydrotestosteron (DHT) vorherrscht.

DHT entsteht über ein bestimmtes Enzym, das als 5α-Reduktase bezeichnet wird. Es wandelt einen Teil des verfügbaren Testosterons in DHT um. DHT ist maßgeblich für die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale verantwortlich – Muskelmasse, Behaarung, tiefe Stimme – und ist somit die am stärksten wirksame Form des maskulinen Geschlechtshormons.

Zum Leid des Betroffenen entwickeln die in der Kopfhaut sitzenden Haarfollikel bei entsprechender Veranlagung eine Überempfindlichkeit gegenüber dem DHT. Das führt dazu, dass sich die Wachstumsphase, also die Zeit bis zum obligatorischen Ausfall eines Haares, stark verkürzt. Mit zunehmendem Alter werden die Folgen immer sichtbarer:

  • Zunächst bilden sich Geheimratsecken vermehrt
  • dann greift die Lichtung des Haares auf den Scheitelbereich über
  • und weitet sich schließlich auf den gesamten oberen Kopf aus.

Ist der androgenetische Haarausfall gefährlich? Ist es eine Krankheit?

In der Regel bezeichnet man diese Art des Testosteron bedingten Haarausfalles nicht als Krankheit. Ca. 80% der Männer sind von diesem Phänomen betroffen und in der Regel geht kein weiteres Risiko damit einher. Es kann jedoch sein, dass die Überempfindlichkeit gegenüber dem DHT sich auch auf die Prostata bezieht. In diesem Fall besteht ein höheres Risiko für die altersbedingte Prostatavergrößerung – eine entsprechende Vorsorge sollte frühzeitig begonnen werden.

Nicht unterschätzen sollte man jedoch die psychische Komponente: Besonders wenn der Haarausfall bereits in jungen Jahren beginnt, so kann dieser zu einer ernsten psychischen Belastung führen. So kann das vermeintlich nur kosmetische Problem schnell zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.

Erblich bedingter Haarausfall durch Testosteron Überschuss.

Wie kann man Testosteron bedingtem Haarausfall vorbeugen bzw. ihn stoppen?

Indirekt wird zwar der Haarausfall durch Testosteron ausgelöst, es ist jedoch nicht zwingend so, dass zu viel Testosteron Haarausfall verursacht. Insofern ist eine Reduktion des Testosteronspiegels in der Regel keine Lösung. Betrachten wir einige Ansätze genauer:

Testosteron senken um dem Haarausfall vorzubeugen

Reduziert man das im Körper vorhandene Testosteron, so wird auch eine geringere Menge dieses Hormons via 5α-Reduktase in DHT umgewandelt. Das ist soweit korrekt, jedoch solltest du beachten, dass ein niedrigerer Testosteronspiegel die Lebensqualität stark einschränkt. Die Libido sowie der allgemeine Antrieb sinken, Muskelmasse und Kraft verringern sich und es kann zu Problemen mit der Potenz kommen. Gepaart mit eher geringen Erfolgschancen sprechen diese Nebenwirkungen eine deutliche Sprache: Testosteron senken ist kein probates Mittel gegen Haarausfall.

Durch Behebung eines Testosteronmangels Haarausfall stoppen

Geht man den Beobachtungen einiger Mediziner nach, so wird dort häufig zu wenig Testosteron als Ursache für vermehrten Haarausfall gesehen. Der Zusammenhang liegt natürlich nahe, da ein fortschreitendes Alter sowohl mit weniger Testosteron als auch mit verstärktem Haarausfall korreliert. In der Praxis ist es jedoch selten so, dass durch eine exogene Testosterongabe Haarausfall gestoppt werden kann. Dennoch sollte Mann seine Hormone gelegentlich prüfen lassen, um möglichen Mangelzuständen vorbeugen zu können.

In der Regel verursacht weder zu wenig noch zu viel Testosteron Haarausfall

In den Testosteronspiegel selbst einzugreifen hat also kaum Erfolgschancen und kann dem Haarausfall weder vorbeugen noch ein Fortschreiten des Ausfalls stoppen. Eine Ausnahme gibt es jedoch:

Im Rahmen von Doping im Sport wird häufig das männliche Geschlechtshormon zur Leistungssteigerung verwendet. Es steht fest, dass eine sogenannte Testosteron Kur Haarausfall massiv beschleunigen kann. Die dadurch entstehenden Schäden an den Haarfollikeln sind oft irreversibel. In diesem Fall entsteht der Haarausfall durch Testosteron, das in supraphysiologisch hohen Dosen gespritzt oder eingenommen wird.

Die Lösung: Reduktasehemmer oder topisch angewandtes Minoxidil

Bei der Behandlung des erblich bedingten Haarausfall sollte das 5α-Reduktase-Enzym im Fokus stehen. Sinkt die Aktivität des Enzyms, so wird weniger Testosteron in DHT umgewandelt – Ergebnis: Die Haarwurzeln werden geschont. In der Praxis gibt es diesbezüglich zwei gängige Ansatzpunkte:

  • Lokale Anwendung von Minoxidil:
    In Form von Schaum wird dieser Wirkstoff lokal auf die Kopfhaut aufgetragen. Durch eine Modulation der örtlichen Durchblutung sowie durch eine zeitliche Verkürzung der Ruhephase – Zeit zwischen Ausfall und Neuwachstum eines Haares – kann der Haarausfall begrenzt nachhaltig gestoppt werden. Produktbeispiel: ▷ Minoxidil-Produkt bei Amazon.
  • Anwendung eines 5α-Reduktase-Hemmers:
    Bestimmte Medikamente sind in der Lage, die Aktivität der 5α-Reduktase mehr oder weniger stark zu verringern. Dadurch bleibt das Testosteron weitgehend unberührt und das DHT wird gezielt gesenkt. Diese Methode bringt in der Regel die besten Erfolge und kann den Haarausfall stoppen sowie vorbeugend eingesetzt werden. Weitere Informationen und Bezugsquelle: ▷ Beratung & Behandlung von Haarausfall bei Dr. Ed.

Häufige Fragen zu Testosteron und Haarausfall

Abschließend möchten wir noch einmal in komprimierter Form die wichtigsten Fragen zu Testosteron und Haarausfall beantworten.

Kann Testosteronmangel Haarausfall verursachen?

Erblich bedingter Haarverlust wird nicht durch zu wenig Testosteron verursacht. Dass zu wenig Testosteron Haarausfall verursacht oder begünstigt wird jedoch von einigen Medizinern nicht ausgeschlossen.

Kann durch zu viel Testosteron Haarausfall entstehen?

In der Natur kommt dieser Fall in aller Regel nicht vor und es ergibt keinen Sinn, den natürlichen Hormonspiegel zu senken. Lediglich bei Kuren zu Dopingzwecken kann Haarausfall Testosteron Überschuss geschuldet sein. Auch hier wirkt man dem häufig durch 5α-Reduktase-Hemmer entgegen.

Kann Testosteron Haarausfall vorbeugen oder stoppen?

Eine exogene Zufuhr dieses Sexualhormons ist keine gängige Methode um dem erblich bedingten Verlust von Kopfhaaren entgegenzuwirken. Es ist nicht wissenschaftlich belegt, dass Testosteron Haarausfall stoppen kann.

Kann eine Testosteron Kur Haarausfall erzeugen?

Wird das Sexualhormon in supraphysiologischen Dosen dem Körper exogen zugeführt, so wird mehr Testosteron in DHT umgewandelt. Der erhöhte DHT-Spiegel führt bei genetisch vorbelasteten Männern zu einem rascheren Fortschreiten der Symptome. Besteht keine angeborene Empfindlichkeit, so ist diese Gefahr wesentlich geringer bzw. nicht gegeben.

Quellen:

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

  • 4.8/5
  • 742 ratings
742 ratingsX
Hat mir nicht gefallenOKÜberdurchschnittlich!Gut!Sehr gut!
0%0%0%0%0.1%